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Jesus Christus spricht: „Ihr urteilt, wie Menschen urteilen, ich urteile über keinen.“ Die Bibel: Johannes 8,15
Dieser Bibelvers gehört zu einem Abschnitt im Evangelium nach Johannes, in dem Jesus über sich selber spricht. Er nennt sich das Licht der Welt. Jesus ist in unsere Welt von Gott, seinem himmlischen Vater, gesandt worden als Orientierung, als Helfer und als Retter. Der Liederdichter Jochen Klepper hat diese Tatsache so formuliert: „Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt. Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt. Der sich den Erdkreis baute, der lässt den Sünder nicht. Wer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem Gericht.“
Jesus ist im Gespräch mit den religiösen Führern seiner Zeit. Sie erkennen in ihm nicht den Retter, den Messias, den Gott ihnen versprochen hatte. Sie lehnen ihn ab und damit auch alles, was er über sich sagt. Deshalb sagt Jesus zu ihnen: „Ihr urteilt, wie Menschen urteilen.“ Das heißt, ihr seht nur, was ihr mit euren Augen und Ohren äußerlich wahrnehmt, wer ich wirklich bin, erkennt ihr nicht. Das Wort urteilen oder richten bedeutet hier: beurteilen, meine Meinung sagen und verurteilen. Dahinter steht auch, wer Jesus erkennt, der muss ihn auch annehmen und anerkennen. Genau diese Frage stellte sich den Schriftgelehrten damals und uns heute: Will ich mich dem Anspruch Jesu stellen oder lehne ich ihn ab? Jesus sagt: „Ich urteile über keinen.“
Der Begriff Urteil in diesem Satz sagt aus, dass Jesus nicht in erster Linie an verurteilen, vernichten und richten interessiert ist, sondern viel mehr an zurecht bringen, heilen, retten und helfen. Die Liebe Gottes soll durch Jesus ganz konkret in dieser Welt erfahrbar sein. Der Inhalt dieses Bibelverses ist Ihnen vielleicht aus ihrem Leben vertraut: Ich denke da an die Beurteilung auf dem Schulzeugnis oder vom Arbeitgeber. Bei bestimmten Situationen ist es wichtig, seine persönliche Meinung deutlich zu sagen und manch einer leidet darunter, dass andere ihn verurteilen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass mein Urteil über einen Menschen durchaus falsch oder verkehrt sein kann und dass ich damit die andere Person sehr verletze und enttäusche. Jesus möchte uns helfen, unsere Gedanken und Worte in die richtige Richtung zu lenken. Er hat von Gott die Kraft und Macht, hinter die Dinge zu sehen, die Situationen und Erlebnisse unseres Alltags zu durchschauen. Er weiß die Hinter- und die Vordergründe und schätzt die Lage richtig ein. Jesus macht uns damit ein großartiges Angebot. Wir können im Gebet zu ihm kommen, und zuerst mit ihm über die Menschen und Situationen, die wir zu bewerten oder zu beurteilen haben, sprechen. Dann können wir uns den Menschen oder der Situation zuwenden. Ob Sie sich darauf einlassen wollen, bleibt Ihnen überlassen.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls gerade für die Urlaubszeit, entdecken Sie Gottes Wort als Hilfe für ihr Leben und Ihren konkreten Alltag. Mit herzlichen Grüßen, Schwester Kerstin Malycha!
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